Familienfoto |
Wie abgeschnitten war das Geschäft ab Kriegsbeginn, so dass die Biervorräte bis ins Frühjahr 1915 reichten und erst dann wieder gebraut wurde. Auch erzählte mein Vater, dass er in Urlaubstagen Biersieder war, damit der Vater von dieser Arbeit entlastet war. Wie und wer damals die Kundschaft bediente, das weiß niemand mehr. Aber Eduards Töchter, die Zweitälteste und Jüngste, meine Tanten Adele und Emmy, sind dem Vater zeitlebens und weit darüber hinaus bis zu ihrem Tode treu geblieben. Sie haben nicht geheiratet und lebten mit ihrem Bruder Eduard auf der Brauerei bis dieser 1942 heiratete.
Ohne jeden Zweifel war Tante Adele nicht nur in ihren Kindertagen für ihre drei jüngsten Geschwister Mutters Stellvertreterin. Sie hat auch, solange sie auf dem Brauereihof, der Dahler Straße 57 und der Braugasse 3, lebte, dem Vater Pool gehalten. Wie sehr sie Mutters Stellvertreterin gewesen sein muss, das ist allein daraus denkbar, dass die Mutter Familie und die Wirtschaft zu versorgen hatte, beides Aufgaben, die jede für sich alleine den Tag schon ausgefüllt haben. Diese unermüdliche Arbeit dokumentiert ihr dünn gearbeiteter Ehering, den ich von Adele mit dem des Großvaters bekommen habe.


