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Familienfoto

Wie abgeschnitten war das Geschäft ab Kriegsbeginn, so dass die Biervorräte bis ins Frühjahr 1915 reichten und erst dann wieder gebraut wurde. Auch erzählte mein Vater, dass er in Urlaubstagen Biersieder war, damit der Vater von dieser Arbeit entlastet war. Wie und wer damals die Kundschaft bediente, das weiß niemand mehr. Aber Eduards Töchter, die Zweitälteste und Jüngste, meine Tanten Adele und Emmy, sind dem Vater zeitlebens und weit darüber hinaus bis zu ihrem Tode treu geblieben. Sie haben nicht geheiratet und lebten mit ihrem Bruder Eduard „auf der Brauerei“ bis dieser 1942 heiratete.
Ohne jeden Zweifel war Tante Adele nicht nur in ihren Kindertagen für ihre drei jüngsten Geschwister Mutters Stellvertreterin. Sie hat auch, solange sie auf dem Brauereihof, der Dahler Straße 57 und der Braugasse 3, lebte, dem Vater „Pool gehalten.“ Wie sehr sie Mutters Stellvertreterin gewesen sein muss, das ist allein daraus denkbar, dass die Mutter Familie und die Wirtschaft zu versorgen hatte, beides Aufgaben, die jede für sich alleine den Tag schon ausgefüllt haben. Diese unermüdliche Arbeit dokumentiert ihr dünn gearbeiteter Ehering, den ich von Adele mit dem des Großvaters bekommen habe.

Mein Vater, Ernst, hatte sechs Geschwister:
Adolf, der Älteste, heiratete Else Henschel, geb. Köhler und ging 1911 mit nach Chemnitz. Er führte bis zum Zusammenbruch 1945 die Möbelfirma Julius Köhler, -Nachf., Innere Klosterstraße.
Paula, die Älteste, heiratete Ludwig von Holtzbrinck, der von Haus Rahde stammte.
Adele, die Zweite. Sie blieb unverheiratet wie oben schon erwähnt.

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Ernst Vormann,
4.4.97 zum 80. Geburtstag

Alma, die Dritte. Sie heiratete Hermann Wolff, Metzgermeister, Eckeseyerstr. 145.
Emilie, die Vierte.
Sie blieb zeitlebens mit Adele zusammen.
Eduard, (Edi) der Zweite.
Er war zusammen mit Ernst, dem Dritten zusammen in der Brauerei geblieben.
Die Kinder Eduard und Anna starben mit vier und zwei Jahren 1890.
Mit ihrem Tod legte Großvater Vormann die Grabstätte auf dem Dahler Friedhof an.
Es waren jeweils Zweiergespanne, Adele und Emmy sowie Eduard und Ernst. Und hier bildete sich eine Reihenfolge dem Alter entsprechend. Wie sagte es so bedeutungsvoll Fritz Zahn, unser Kutscher:
Onkel Edi ist der Chef vom Ganzen und mein Vater ist der Chef vom Halben.

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